Diamanten

Diamanten sind wegen ihres Glanzes und anderer optischen Effekte, der Härte und Seltenheit die Könige unter den Edelsteinen. Sie erhielten ihren Namen der Härte wegen
(gr. adamas = der Unbezwingbare). Es gibt nichts Vergleichbares, was ihnen in bezug auf Härte gleichsteht. Die Schleifhärte ist gegenüber den nächst härteren Edelsteinen Rubin und Saphir 140 mal größer.
Jedoch ist die Härte auf den Kristallfächen unterschiedlich. Auf Grund dieser Eigenschaft ist es nur möglich einen Diamanten mittels eines anderen Dimanten, oder mit Diamantpulver zu schleifen.

Der Diamant ist vollkommen spaltbar, was es schwierig macht beim Einfassen.
Auch ein Anstoßen gegen eine Kante kann ihn beschädigen.
Der Diamant ist im Allgemeinen unempfindlich gegenüber chemischen Prüfmitteln. Hohe Temperaturen hingegen hinterlassen Verätzungen auf den Facettenoberflächen. Seit letztem Jahrhundert ist jedoch bekannt, dass es veschiendene Arten mit verschiedenen Eigenschaften von Diamanten gibt. Diese werden in vier Typen klassifiziert, die für den Handel kaum von Bedeutung sind, beim Schleifen, insbesondere beim Erkennen von echten Diamanten zu Diamantimitationen einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

 

Lagerstätten und Fundorte von Diamanten

Diamanten finden sich auf primären und sekundären Lagerstätten. Diamanten wurden bis 1871 lediglich aus Edelsteinseifen gewaschen. In Südafrika entdeckte man primäre Vorkommen in Form von Pipes, die vom diamantenführenden Muttergestein, dem sogenannten Kimberlit, erfüllt waren. Diamanten sind in einer Tiefe von bis zu 300km bei extrem hohen Temperaturen und Drücken entstanden. Durch Vulkaneruptionen wurden sie mit dem Magma an die Oberfläche transportiert, wo sie später durch Erdabtragungen ans „Tageslicht“ kamen. Die Kimberlitschlote waren leicht zugänglich. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden Diamanten aus Borneo, vorallem aber aus Indien geliefert. Sie wurden auch 1725 in Brasilien gefunden.
Braunschwarze Carbonado, auch schwarze Diamanten genannt, wurden 1843 in Bahia/ Brasilien gefunden. Heute sind schwarze Diamanten facettierbar und sehr begehrt. Brasilien, dass bis dato eine weltweit einzigartige Stellung bei der Produktion und Handel hatte, wurde in den 1970 Jahren von Südafrika abgelöst.

Die berühmteste Pipe-Lagerstätte Südafrikas, die sogenannte Kimberley Mine wurde innerhalb 37 Jahren von 1871-1908 ohne maschinelle Unterstützung ausgebeutet. Hier entstand im Übrigen auch das größe je von Menschenhand gegrabene Loch, „Big Hole“ genannt, der Welt. Mit einem Durchmeser von 460 Metern an der Oberkante und einer unfassbaren Tiefe von 1070 Metern wurden in der Kimberley Mine 14,5 Millionen Diamantenkarat gewonnen. Das entspricht einem Gewicht von 3 Tonnen. Wegen der nicht mehr vorhandenen Ergiebigkeit wurde die Kimberley Mine 1914 aufgegeben. Heute ist sie zur Hälfte mit Wasser gefüllt.

Andere Pipeminen auf dem afrikanischen Kontinent sind beizeiten zum Untertagebau übergegangen.
Zwischenzeitlich ist der Kreis der Lieferanten von Diamanten größer geworden und andere Länder sind zu wichtigen Produzenten geworden. Über 20 Länder produzieren bzw. fördern heutzutage Diamanten. Auf dem afrikanischen Kontinent gehören Botswana, Namibia, Angola, Südafrika, Republik Guinea, Sierra Leone, sowie der Kongo dazu. In Amerika gehören Venezuela dazu, wie auch Brasilien und Kanada auf dem nordamerikanischen Kontinent.
In Asien sind es Russland als bekannter und bedeutender Diamantproduzent, sowie China.
Schlussendlich sind in Australien die bekannten Minen zu nennen, hier die Argylemine und die Merlinmine.
Aus all den oben genannten Produzenten hat sich seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Russland als sehr bedeutender Produzent hervorgetan. Wohl sind schon um 1830 einige Vorkommen bzw. Lagerstätten von Diamanten im Ural entdeckt worden, diese aber waren jedoch ohne größeren Wert.
In Sibirien wurden im letzten Jahrhundert Diamanten gefunden, die erst mit Entdeckung von dimantführenden Pipes interessant wurden. In den letzten Jahren ist Russland mit zum größten Produzenten aufgestiegen.
Ferner ist China zu einem nicht zu unterschätzenden Lieferanten geworden.
Mit Entdeckung  von Kimberlitschlote gelang China der tatsächliche Durchbruch.

Australien nimmt mittlerweile eine wichtige Stellung bei der Produktion ein. Seit Mitte der 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts ist die bereits genannte Argyle Mine ein Produzent von Diamanten. Kurz vor der Jahrtausendewende wurden aus der Mine über 40 Millionen Karat gefördert, wobei der Anteil der wertbeständigen Diamanten jedoch nur 5 Prozent betrug.  Knapp 50 Prozent sind von weniger guter Schmuckqualität. Der restliche Teil ist für die Industrie von Interesse.
Anfang 1999 wurde in der Merlin Mine die Produktion aufgenommen. Hier war die Steinqualität bei weitem besser als in der Argyle Mine. In letzter Zeit wurden gerade pinkfarbene Diamanten, die aus den bekannten Minen Australien gefördert wurden versteigert. Die Diamanten Argyle Dauphine mit 1,56 Karat und Argyle Phoenix mit 2,51 Karat, die auch den Fundort bzw. die Mine in ihren Namen tragen zeigt, dass Australien in bezug auf pink Diamanten eine einzigartige Stellung einnimmt.

In naher Zukunft wird vermutet, dass Kanada wohl ein wichtiger Produzent von Diamanten werden wird.

Diamantengewinnung

 

Heutzutage erfolgt die Gewinnung von Diamanten aus dem Gestein unter Einsatz von Maschinen. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um Diamanten aus dem Gestein zu lösen, kann man in zwei Arten einteilen. Die Herauslösung aus Seifen ist weniger aufwändig, als das Herauslösen aus Vulkanschloten, bzw. Kimberlitgestein. Bei den sogenannten „yellow ground“, der locker und nicht so fest ist, kann man mit Waschpfannen die wesentlich dichteren Diamanten quasi herauswaschen.
Aufwändiger ist die Methode bei dem sogenannten „blue ground“. Das harte Vulkangestein muss zunächst maschinell zertrümmert werden. Dabei werden Walzen mit verschiedenen Mahlgraden verwendet. Die Abscheidung erfolgt nach unterschiedlichen Verfahren.
Früher wurden Diamanten händisch herausgesucht, heute erfolgt das zunächst weitestgehend maschinell. Auf Grund ihrer Fähigkeit an fetthaltigen Substanzen zu haften, wird diese Eigenschaft ausgenutzt, um sie vom übrigen Gestein abzuscheiden. Andere Methoden zur Abscheidung  sind u.a. die elektrostatische Trennung, die Trennung mittels optischer Verfahren durch Photozellen, oder durch Röntgenstrahlung. Dabei wird die Eigenschaft der Fluoreszenz ausgenutzt. Fluoreszenz ist eine Form von Lumineszenz. Dieses sogenannte „kalte Leuchten“ kennzeichnet sich dadurch, dass es nach dem Ende der Bestrahlung, in dem Fall Röntgenstrahlung, schnell (meist innerhalb einer Millionstel Sekunde) endet. Allein durch diese Eigenschaft lassen sich Diamanten maschinell quasi „sauber“ trennen vom übrigen Gestein.
Obgleich durch sehr hohen maschinellen Einsatz und modernster Technik bzw. Verfahren die Diamanten aus dem Gestein „geholt“ werden, ist im letzten Schritt die eigentliche Bestimmung nur durch den Menschen möglich. Leichtes Fremdmaterial, sowie in den Diamanten selbst enthaltene unerwünschtes Material, macht die händische Auslesung von Menschen unerlässlich.

 

Diamantenhandel

Der weltweite Diamantenhandel wird weitestgehend von einem Unternehmen kontrolliert, dass jeder, der sich mit Diamanten auseinendersetzt kennt. – DeBeers.
DeBeers kontrolliert teilweise bis zu achtzig Prozent des weltweiten Diamantenhandel bzw. Diamantenproduktion. DeBeers ist eine stark verflochtenes Großunternehmen von Diamantenproduktionsfirmen, Verkaufsgesellschaften etc. Gesellschaften, die Diamanten bewerten und sortieren. Ein weit verzweigtes Netz, das alle Bereiche abdeckt, von der Förderung bis hin zu den komplexen Verkaufsmechanismen an den Diamantbörsen der Welt wie Antwerpen, New York, Amsterdamm, sowie Ramat Ga in Israel. Nur sogenannte akkreditierte Diamantenhändler dürfen an den Börsen mit Diamanten handeln. Diese sogenannten Sightholder, also Sichthalter sind kaufberechtigt. Sie kaufen die zusammengestellten Lots nach den Wünschen ihrer Kunden, die im Vorfeld zusammengestellt werden.
DeBeers hat maßgeblichen Einfluss auf die weltweiten Preise durch sein ausgeklügeltes Verkaufssystem. Tenor ist es, durch diese komplexen Verkaufsmechanismen die Wertbeständigkeit des Diamanten aufrecht zu erhalten und fragwürdige Tricks im Diamantenhandel zu verhindern.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den Förderländern von Diamanten und DeBeers, die federführend sind, hat zum Ziel, dass Diamanten keinen starken Preisschwankungen unterliegen. Dadurch  ist es im Interesse aller, die mit Dimanten handeln, sie produzieren, sowie für den Endverbraucher, der ihn für gewöhnlich als Schmuck kauft.
Problematisch wird es zum Teil mit politisch instabilen Ländern, die ihre Diamantenproduktion hauptsächlich zur Finanzierung von Konflikten, respektive Kriegen haben. Diese Länder bzw. diese Produktionen lassen sich nicht ausreichend kontrollieren. Die produzierten/geförderten Diamanten aus den Krisengebieten, die sogenannten Konfliktdiamanten, oder Blutdiamanten, sind nach Absprache auf internationaler Ebene vom Welthandel ausgeschlossen. Interessanterweise sind Diamanten trotz Kriege und wirtschaftlichen Depressionen wertbeständig seit mehreren Jahrzehnten. Kapital wurde dadurch gesichert, Millionen Arbeitsplätze, die unmittelbar und mittelbar mit Diamanten zu tun hatten, blieben nicht nur erhalten, sie wurden gesichert.

 

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