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HPHT Diamanten

HPHT Behandlung (Hochdruck-Hochtemperatur Behandlung)

Eine weitere Behandlung zur Verbesserung von Diamanten ist die sogenannte HPHT Behandlung (engl. High Pressure – High Temperature Treatment).
Diamanten, die braune Einschlüsse, oder ähnlich gelagerte Verunreinigungen haben, werden durch die HPHT Methode aufgehellt, oder gänzlich entfernt. Abhängig von der Art des Diamanten lässt sich eine Verbesserung der bestehende Farbe erreichen, oder eine gewünschte Sättigung.
Das Verfahren, das Diamanten zur Farblosigkeit behandelt werden können, wurde 1999 von General Electric eingeführt. Braune Diamanten des Typs IIa, haben wenig, bis kaum messbaren Stickstoff in der Kristallgitterstruktur.
Die braune Trübung verdankt der Diamant strukturellen Defekten, die während des Kristallwachstuns entstehen. Dabei reicht der Umfang der Defekte von punktuellen Defekten, sogenannten Cluster bzw. Leerstellen auf den Zwischengitterplätzen, von Liniendefekten, bis hin zu Flächendefekten.
Die Braunfärbung ist auf diese strukturellen Defekte zurückzuführen, die teils durch plastische Verformungen entstanden sind.
Man nimmt an, dass diese Verformungen durch die HPHT Methode repariert werden, sodass der Stein aufhellt und weiß wird. (Diese Annahme ist jedoch umstritten bei einigen Forschern). Diamanten des Typs Ia, die Stickstoffverunreinigen in ihren Clustern haben, können auch durch die HPHT Methode in ihrer Farbe verändert werden. Synthetische Diamanten, die durch die HPHT Methode behandelt wurden, um ihre optischen Eigenschaften zu verändern, können nur schwerlich von natürlichen Diamanten unterschieden werden.
Im HPHT Verfahren werden Drücke von 70.000 Atmosphären und Temperaturen von bis zu 2000° C verwendet.
Die Identifizierung von HPHT behandelten Diamanten ist in gemologischen Laboren möglich. Zum Einsatz kommen Verfahren wie die Fourier-Transformations-Spektroskopie (FTIR), als auch die Raman-Spektroskopie, die das Absorptionsspektrum im sichtbaren, als auch Infrarotbereich verdächtiger Diamanten analysiert. Dabei werden charakteristische Absorptionslinien in Bezug auf die Temperaturen untersucht. Hauptmerkmale, die unter dem Mikroskop zu sehen sind: Innere Körnung (Typ IIa), teilweise reparierte Strukturen, trübes Aussehen einiger Bereiche etc.
Diamanten, die durch das von General Electric erfundene Verfahren HPHT behandelt wurden, bekommen eine Laser Inschrift (GE POL, oder POL = Pegasus Overseas Ltd. = Partnerfirma von General Electric) auf die Rundiste des Diamanten. Man kann diese Identifizierung wegpolieren. Dies stellt jedoch kein vertrauenswürdiges Handeln dar. Die HPHT Methode ist von Dauer. Dem Käufer eines HPHT Diamanten sollte mitgeteilt werden, dass eine Behandlung vorlag.

Farbbehandelter Pink Diamant HPHT

Farbbehandelter Pink Diamant HPHT

Coated Diamanten

Coated Diamanten

Die Anfänge des sogenannten Coated Diamanten gehen zurück bis in die Viktorianische, respektive Georgische Ära. In der Zeit war es gängige Praxis, dass die Oberfläche des Edelsteins – neben dem polieren und schneiden – mit farbiger Alufolie ummantelt (Coated) wurde. Dies stellte die erste Behandlung (Treatment) von Diamanten dar.
Vereinzelt wurden solche Diamanten in geschlossenen Schmuckstücken eingesetzt, dass die Untersuchung und den Echtheitsnachweis problematisch machten.
Unter Vergrößerung ließ sich erkennen, dass sich Bereiche der Aluummantelung vom Edelstein ablösten und augenscheinlich Flocken bildeten. Ferner bildete sich auch Feuchtigkeit zwischen dem Edelstein und der Folie, sodass sich die Farbe abbaute und untergleichmäßige Färbungen entstanden.
Jedoch auf Grund des antiken Status wurden Diamanten in älterem Schmuck nicht in Ihrem Wert beeinträchtigt.
In der Neuzeit wurden anspruchsvollere Oberflächenbeschichtungen entwickelt. Dazu gehören hauchdünne Beschichtungen mit blauvioletten Farbstoffen und unter Vakuum aufgetragener Magnesiumfluoridschichten die der Magnesiumsfluorid-Beschichtung von Kameraobjektiven ähnelt.
Diese Beschichtungen führen dazu, dass z.B. ein gelb getönter Diamant „bleich“ wirkt. Beide Farben sind komplementär zueinander und bewirken, dass sich die Farben aufheben. Der Coated Diamant wirkt weiß.
Die Beschichtung durch diese Behandlungsmethode ist unter härtesten Bedingungen nur schwerlich zu erkennen.
Während aufgetragene Farbstoffe unter heißem Wasser oder Alkohol entfernt werden können, ist bei der unter Vakuum aufgetragenen Magnesiumfluoridschichtbehandlung Schwefelsäure notwendig, um den aufgetragenen Film zu entfernen. Bei starker Vergrößerung kann der aufgetragene Film nachgewiesen werden, da Luftblasen eingeschlossen wurden und die Beschichtung „erhöht“ wirkt und abplatzt.
Eine weitere Behandlungsmethode ist das Bestauben von Diamantstaub auf synthetischen Diamanten. Durch diese Methode wird ein echter Diamant simuliert. Der synthetische Diamant erhält durch diese Behandlungsmethode bestimmte Eigenschaften eines echten Diamanten, darunter höhere Kratz- und Verschleißfestigkeit, eine höhere Wärmeleitfähigkeit als auch eine geringere elektrische Leitfähigkeit.
Während die Kratz- und Verschleißfestigkeit ein legitimes und anzustrebendes Ziel bei echten Diamanten ist, sind die Methoden zum Zwecke der Irreführung (synthetischen Diamanten zum „echten“ Diamanten) als verwerflich und unseriös anzusehen.

Coated Pink Diamant