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Diamanten, ihren Schliff und Entwicklung

Obgleich Diamanten schon mehrere tausend Jahre bekannt sind, erfolgte die Bearbeitung zur Erhöhung des optischen Effektes erst im 13. Jahrhundert.

Zuvor wurden Rohsteine benutzt, deren Kanten allenfalls abgeschliffen wurden, um die Optik zu erhöhen. Nun aber erfolgt ein abschleifen bzw. polieren der geraden Flächen des Oktaeder mit größerer Sorgfalt. Es entsteht der wirklich erste Brillantschliff des „Spitzstein“, benannt nach der kristaline Form. Dieser Schliff markiert den Anfang einer Schleifentwicklung, an deren Ende der moderne Brillantschliff steht.

Im 14. Jahrhundert entwickelt sich der sogenannte Dickstein, auch Tafelstein genannt. Es ist ein Oktaeder Kristall mit einer oberen großen Tafel und einer kleineren Fläche an der unteren Spitze, auch Kalette genannt.

Die entwickelte Schleifscheibe gegen Ende des 15. Jahrhundert ermöglicht es nun, dass die Facetten wesentlich verbessert werden. Durch die neue Technologie des Schleifens werden immer mehr Facetten geschliffen, um die optische Wirkung des Diamanten weiter zu steigern.

Im 16. Jahrhundert entwickelt sich der „Dickstein“ weiter. Aus diesem „Tafelstein“ entsteht ein Facettenstein mit mehreckiger Tafel. Die vier seitlichen Kanten des Ober- und Unterteils werden zu je einer Facettenfläche  abgeschliffen. Es entstehen 18 Facetten, einschließlich der Spitzfläche („einfaches Gut“).
Das sogenannte „zweifaches Gut“ beim Diamanten entsteht durch das Anlegen weitere Facetten über den seitlichen Kanten mit 34 Facetten und einer geschliffenen Rundiste. Dieser Schliff, auch Mazarin Schliff genannt, soll um 1650  auf Empfehlung des französischen Kardinals Mazarin zurückgehen.

Vicenzio Peruzzi, ein venezianischer Schleifer soll angeblich der Entwickler des Diamant Schliff mit 58 Facetten sein. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts soll er diesen Schliff entwickelt haben und damit quasi einen Quantensprung im schleifen von Diamanten eingeläutet haben. Der Grundriss bzw. die Rundiste, als auch die eigentlichen Facetten sollen nicht ganz regelmäßig sein, jedoch bekommt der Schliff das „Dreifache Gut“, oder „Peruzzi Schliff“ und kommt dem modernen Schliff mit 58 Facetten sehr nahe.

Die Vollendung des Brillantschliff erfährt der Diamant jedoch gegen 1910 aus dem sogenannten Altschliff des 19. Jahrhunderts. Die Merkmale des Diamant Schliff sind eine kreisrunde Rundiste, 32 Facetten und die Tafel im Oberteil, mindestens 24 Facetten, sowie ab und an eine Rundiste.

Brillant, oder Brillanten dürfen sich nur Diamanten mit einem bestimmten Schliff nennen. Es darf sich in diesem Fall nur der runde Diamant mit Brillantschliff sein. Alle anderen Arten müssen entsprechend bezeichnet sein/werden.
In der Alltagssprache werden von Laien meist alle geschliffenen Diamanten als Brillanten bezeichnet, auch welche ohne Brillantschliff. Oft findet auch eine Verwechslung der Begriffe Brillant und Diamant statt. Sie werden synonym genutzt.

Moderne Schliffe von Diamanten erfolgen auf mathematischen Grundlagen und aus der praktischen Erfahrung. So wurden mehrere moderne Brillantschliffe entwickelt.
Die geläufigsten Schliffe für Brillanten sind der sogenannte Tolkowsky Brillant (1919), benannt nach dem Mathematiker und Gemmologen Marcel Tolkowsky. Bei diesem Schliff gibt es eine gute Lichtausbeute und beste Brillanz. Der Tolkowsky Brillant Schliff  ist heute in den USA Grundlage der Schliffgraduierung.
Der „Ideal Brillant“ nach Johnson & Rösch von 1926. Dieser Brillant Schliff soll nicht vorteilhaft sein. Er hat keine große Brillanz und wirkt zu unförmig.
Der „Feinschliff-Brillant“ nach Eppler 1949. Im Deutschland Grundlage der Schliffgraduierung werden die Proportionen an geschliffenen Diamanten mit bester Brillanz errechnet.
Parker Brillant (1951, Parker). Gute Lichtausbeute, aber auf Grund des zu flachen Oberteils geringe Dispersion und entsprechend mangelhaftes Farbenspiel..
Skandinavischer Standard-Brillant etabliert um 1962. Dieser Brillantschliff dient in Skandinavien als Voraussetzung für die Graduierung von Diamanten. Die Werte werden von geschliffenen Diamanten gewonnen.
Brillanten mit mehr Facetten als normalerweise üblich sind u.a.

  • King Schliff von 1941 mit 86 Facetten
  • Magna Schliff von 1949 mit 102 Facetten
  • Highlight Schliff von 1963 mit 74 Facetten
  • Princess-144-Schliff von 1965 mit 146 Facetten
  • Radiant Schliff von 1980 mit 70 Facetten

 

 

Diamantschliff

Der typische Diamantschliff, ist der Brillantschliff. Dieser Schliff stellt die Vollendung eines modernen Edelsteinschliffes dar. Er entstand um 1910 aus dem sogenannten Altschliff des 19. Jahrhunderts.
Brillantschliff:
Ein Diamant im Brillantschliff muss mindestens 57 Facetten aufweisen.
(1 Facette ist eine angeschliffene glatte Fläche auf dem Diamanten)
Die Tafel, ist die größte Facette. (Tafel = Die Oberfläche des Diamanten)
Beim Brillantschliff müssen im oberen Teil des Diamanten zwischen Tafel und Rundiste 32 kleine Facetten vorhanden sein. (Rundiste = glatter Schleifrand, der die obere Diamanthälfte von der unteren Diamanthälfte trennt)
Auf der Unterseite des Diamanten müssen 24 Facetten vorhanden sein, um den Brillantschliff zu erhalten/erreichen. Manchmal gibt es auch eine abgeplattete Spitze, die punktförmig im Unterteil vorhanden ist, die sogenannte Kalette.

Brillantschliff

Der runde Diamantschliff:
Anders als beim Brillantschliff müssen bei dieser Schliffform 9 Facetten in der oberen Diamanthälfte vorkommen (Inklusive der Tafel) und weitere 8 Facetten auf der Unterseite des Diamanten.

schwarzer diamant

 

Zusätzlich werden noch folgende Schliffformen häufig bei Diamanten angewandt:

Der Tropfenschliff:
Schwarzer Diamant Tropfen

Der Smaragdschliff:
Schwarzer Diamant Smaragdschliff

 

Der Princess-Schliff:
Schwarzer Diamant im Princess-Schliff

 

Der Kissenschliff:
Schwarzer Diamant im Kissenschliff

 

Der Baguettschliff:
Blauer Diamant im Baguettschliff

 

Der Trillantschliff:
Schwarzer Diamant im Trillantschliff

 

Der Ovalschliff:
Schwarzer Diamant im Ovalschliff